Vernichtungspolitik der Nationalsozialisten

Ziel der Politik Hitlers war es, die Juden in Deutschland und Europa auszurotten.

Schon 1933 beginnen die ersten Beschränkungen der Juden in Deutschland.

Am 9./10. November 1938 werden in der Reichspogromnacht fast alle Synagogen und viele Geschäfte jüdischer Mitbürger in Deutschland zerstört. Viele Juden werden drangsaliert und ermordet.

14 Tage später meldet Marl: "Marl ist judenfrei!"

Die Marler Juden werden nach Recklinghausen verbracht und müssen dort in bestimmten Judenhäusern wohnen.

Im Frühjahr 1942 werden viele von ihnen über Gelsenkirchen und Dortmund nach Riga verfrachtet.



Die Namen der aus Marl 1942 in Riga Ermordeten (*) (in Klammern das Geburtsjahr):

(*)Angaben aus dem Archiv der Stadt Marl

Hintergrund:

Noch vor Beginn des Zweiten Weltkrieges beschließen am 23.8.1939 Hitler und Stalin in einem geheimen Nichtangriffspakt, dass die Länder des Baltikums (Litauen, Lettland, Estland) dem Einflussbereich der Sowjetunion überlassen werden.

Im Sommer 1940 besetzt das russische Militär Lettland. Von den 44.000 lettischen Juden, die 1933 in Riga wohnten, werden ca. 5.000 in die sowjetischen GULAGS verschleppt.

22.06.1941Deutsche Truppen fallen in Lettland ein, von manchen als "Befreier" von den Russen gefeiert.
01.07.1941Besetzung Rigas durch die Deutschen
04.07.1941Die Synagoge brennt nieder (siehe Station 5)
24.10.1941Einrichtung des Ghettos (siehe Station 4)
30.10.1941Erste Massenerschießungen im Wald von Rumbula (siehe Station 6)

Man schätzt, dass insgesamt ca. 80.000 lettische Juden und ca. 200.000 ausländische Juden von den Deutschen in Riga ermordet wurden. (Die Zahlen variieren nach den unterschiedlichen Quellen)

Die Diözesanstelle Münster der internationalen katholischen Friedensbewegung Pax Christi machte vom 2. bis zum 9. Oktober 2008 eine Versöhnungsfahrt zu den Gedenkstätten der in Riga ermordeten Juden.